Wir wissen von jeder Kuh auf der Weide..

von: Ralf Heß

…aber nicht, wer welches Geschäft gegen wen laufen hat“. Ein Interview mit Börsenhändler Dirk Müller über die Spekulation mit Lebensmitteln.

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Raus mit dem Erdgas und rein mit dem CO2

von: Ralf Heß

Unter dem Meeresspiegel liegen riesige Mengen an Erdgas. Derzeit wird in Deutschland an einer Technologie gearbeitet, wie das Gas gehoben werden kann. In die dann frei werdenden Schichten kann CO2 eingelagert werden. Zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) ist das Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität in Kiel federführend. Daneben sind auch eine ganze Reihe von Unternehmen an dem Projekt beteiligt.

Es klingt ein wenig wie die Erfindung der eierlegenden Wollmilchsau. Zunächst wird aus dem porösen Gestein das darin zu Eis gefrorene Erdgas gefördert. Anschließend kann in die so frei werdenden Schichten CO2 eingelagert werden.

Derzeit versuchen Forscher aus dem IFM-Geomar und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover in Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen, wie der Wintershall AG, E.ON oder der Meyer Werft, eine Technologie zu entwickeln, die es ermöglichen soll, tief unter dem Meeresspiegel liegendes und zu Eis gefrorenes Erdgas zu fördern. Prof. Dr. Klaus Wallmann, Leiter der Forschungseinheit Marine Geosysteme am IFM-GEOMAR, sagt: Es handelt sich um 1.000 bis 5.000 Gigatonnen Erdgas.

Das wäre mehr Energie, als alle konventionellen Lagerstätten von Kohle, Öl und Gas auf der Erde enthalten. Wallmann schätzt, dass davon „etwa 10% bis 50% abbaubar“ seien.

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Die SPD bietet Merkel ihre Mitarbeit an. Aber wer macht dann eigentlich Opposition?

von: Ralf Heß

Endlich beginnt das große Aufbäumen in der SPD. Über Monate und Jahre hinweg dümpelte die älteste Partei Deutschlands von einem Tief zum nächsten. Auch der Wahlsieg in Baden-Württemberg konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Die SPD schien an ihrem historischen Ende angekommen zu sein. Nun allerdings regt sich etwas in der ehemals größten Partei Deutschlands. In einem Brief an die Kanzlerin boten die führenden Genossen Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück der Kanzlerin der Zögerer und Zauderer ihre Mitarbeit bei der Bewältigung der Euro-Krise an. Die SPD sei breit, so die Drei, Verantwortung zu übernehmen, parlamentarisch, als auch politisch; sofern der Kanzlerin im kommenden Herbst die eigene Mehrheit fehlen sollte. Denn klar sei, so Gabriel und die Stones, auf den Bürger kämen enorme Belastungen zu, die sicher Zorn erregen würden.

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Investmentbanker sind Kriminelle, sagt Altkanzler Helmut Schmidt

von: Ralf Heß

Gut gebrüllt, alter Löwe! Helmut Schmidt hat mal wieder allen gewaltig den Marsch geblasen. Die Deutsche Bank sei keine deutsche Bank mehr und dies sei Merkels Problem. So hat Helmut Schmidt einen Artikel von sich überschrieben, der kürzlich in der Zeit erschienenen ist. Angesichts der Dinge, die in den vergangenen drei Jahren an die Öffentlichkeit geraten sind, sicherlich eine wahre Feststellung. Interessant an dieser Sache ist allerdings nicht, dass Helmut Schmidt in seiner unnachahmlichen Weise mal wieder auf den Tisch gehauen und der Politik die Leviten gelesen hat. Denn dies tut er in schöner Regelmäßigkeit. Interessant an seinem Artikel ist vielmehr, welche impliziten Schlussfolgerungen er diesmal aus seiner Analyse der gesellschaftlichen Zustände zieht. Denn ganz offensichtlich stellt er sich die Frage, warum nicht zumindest Teile der Elite dieses Landes entweder vor Gericht gestellt oder anderweitig entmachtet werden. Eine Frage, die seit einiger Zeit zwar gelegentlich aufgeworfen wird – allerdings seltener bislang von deutschen Ex-Kanzlern.

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Konsequent die Abhängigkeit von Russland verringern

von: Ralf Heß

© GreenRon

In den vergangenen Jahren machte es Moskau immer wieder deutlich. Im Zweifel setzt Russland sein Gas als politisches Druckmittel ein. Als im Januar 2007 in Polen plötzlich bemerkt wurde, dass in der Druschba-Gasleitung deutlich weniger Gas ankommt als üblich, herrschte in den europäischen Hauptstädten Panik.

Denn der Grund für den Abfall des Gasdrucks war kein technisches Problem – sondern vielmehr ein politisches. Weißrussland hatte sich mit seinem östlichen Nachbarn überworfen. Russland nahm darauf hin den leichtesten Weg und stellte seine Erdgaslieferungen für das Land zeitweise ein. Die nachfolgenden Abnehmer, wie Polen, die Slowakei oder Deutschland mussten in dieser Zeit auf ihre Reserven zurückgreifen.

Seit diesem Zeitpunkt heißt die Devise der deutschen Regierung: Diversifikation. Noch im Sommer des selben Jahres wurde bei einem Besuch des damaligen nigerianischen Präsidenten Umaru Yar´Adua eine bilaterale Vereinbarung angestoßen. Das Ziel dabei war es, Nigeria in den Kreis der nach Deutschland Gas exportierenden Länder aufzunehmen.

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Wer sind die Empörten?

von: Ralf Heß

Empörte in Spanien | © Ojo Espejo

Der Süden probt die Rebellion. Südlich der Alpen, zwischen Lissabon und Athen tobt ein immer heftiger geführter Aufstand gegen die Regierungen. Die Demonstrationen laufen dabei immer nach dem gleichen Muster ab. Zunächst versammelt sich ein Häufchen unzufriedener auf irgend einem öffentlichen Platz. Wenige Tage darauf liefert sich eine deutlich angeschwollene Menge an Demonstranten immer brutaler werdende Straßenschlachten mit der Polizei. Letztendlich versucht ein Mopp das Parlament zu stürmen, um auf diese Art und Weise die Regierung abzusetzen. Im immer zu heißen Südeuropa probt also eine mit viel zu viel Temperament ausgestattete Gruppe junger und alter, verbeamtete und nicht verbeamteten, selbständiger, angestellter und arbeitsloser Empörter einen immer gleichen Aufstand, gegen immer gleiche Probleme mit immer gleichen Forderungen. Allein der Norden bleibt ruhig und zurückhaltend.

Manch einem ist diese typisch nordeuropäische Gemütshaltung zu wenig revolutionär. Andere dagegen sehen gerade darin den Schlüssel dafür, dass es eben den Süden Europas getroffen hat und nicht den Norden bei dieser Finanzkrise. Aber auf jeden Fall sind sich alle darüber einig, dass sich dieser Aufstand auf den Süden beschränkt und der Norden gelassen daneben steht. Allein, bei genauerem Hinsehen löst sich diese Interpretation sehr schnell in Luft auf.

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Wohin bloß mit den griechischen Schulden?

von Ralf Heß

© Odysseas Gp | "Gebt uns zurück, was ihr von uns gestohlen habt. Die Bürger von Ymittos"

Wenn die Sonne unter geht, dieser Tage über Griechenland, tut sie das mit sorgenvoller Schwere. Griechenland ist bankrott. Während griechische Rentner, Beamte und Studenten fast täglich auf den Straßen Athens gegen das finanziellen Spardiktat der sogenannten Troika demonstrieren, versucht die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou die finanziell unangenehme Angelegenheit irgendwie aus der Welt zu schaffen. Zusammen mit dem Internationalem Währungsfond (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Union (EU) versucht die griechische Regierung derzeit nahezu alles, um einen Zahlungsausfall bei den Staatsanleihen weiter hinauszuzögern.

Für die privaten Investoren, die über die vergangenen Jahre immense Gewinne mit den Staatsanleihen einfahren konnten, war die Situation nicht ganz ungefährlich. Denn immer wieder wurden Vorschläge laut, privaten Investoren an der Sanierung der griechischen Finanzen zu beteiligen. Bundesfinanzminister Schäuble hatte mit aller Kraft versucht eine Lösung durchzusetzen, die die privaten Investoren mit einbeziehen würde. Die zuvor privatisierten Gewinne sollten nicht wieder durch eine Verstaatlichung der Verluste abgesichert werden. Nun ist klar, Schäuble ist gescheitert.

Denn zum Glück für die privaten Investoren gab es die französische Regierung. So sagte der französische Haushaltsminister, Francois Baroin, nach einer Kabinettssitzung: „Die französische Linie war bislang die Ablehnung einer Umschuldung Griechenlands und wir weichen nicht von dieser Linie ab, egal welche Bedingungen vorgeschlagen werden“. Auch die französische Finanzministerin, Christine Lagarde, mochte von einer Umschuldung griechischer Staatsanleihen nichts wissen. Sarkozy hat sich in den Verhandlungen über das neue Finanzpaket für die griechische Regierung durchgesetzt. Private Investoren können sich nun an dem Paket beteiligen, allerdings auf einer rein freiwilligen Basis. Gehen wir einmal davon aus, der Ansturm wird sich in Grenzen halten.

Für den französischen Präsidenten und vor allem die französischen Banken, die einen großen Anteil griechischer Staatstitel in ihren Büchern führen ist dies ein großer Erfolg. Bis 2014 wird ein Großteil der griechischen Staatsanleihen ausgelaufen sein. Danach werden die Schulden in den Büchern der EZB und der EU-Mitgliedsstaaten stehen. Ob Griechenland dann noch in der EU sein wird, wird sich zeigen. Für Banken und Versicherungen wird das dann allerdings kein Problem mehr sein.

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