Archiv der Kategorie: Finanzkrise

Wer wird die griechischen Schulden bezahlen?

von: Ralf Heß

© Mainbube / Patrick Meier

Unter Griechenlands Geldgebern geht die Panik um. Es wird immer klarer, dass das Land im Südosten Europas seine angehäuften Schulden nicht begleichen können wird. Stellt sich nun die Frage: Wer kommt letztendlich dafür auf?

Bereits seit längerem versuchen europäische Banken, Versicherungen und Pensionsfonds ihren Bestand an griechischen Bonds zu verringern. Das in den Büchern der europäischer Finanzinstitute stehende Volumen liegt derzeit bei etwa 170 Mrd. €. Momentan sind die Papiere allerdings so gut wie unverkäuflich. Auch eine Kreditausfallversicherung (CDS) stellt in der derzeitigen Situation für die Finanzinstitute keine Alternative dar. Der Preis für CDS´ hat sich in der jüngeren Vergangenheit deutlich erhöht. So stieg eine fünfjährige CDS auf griechische Staatsanleihen um 28 Basispunkte auf 1330 Zähler. Damit kostet es 1,33 Mio. € griechische Schulden in Höhe von 10 Mio. € versichern zu lassen. Außerdem wäre es derzeit wohl utopisch anzunehmen, dass irgend eine Versicherung eine Wette annähme, bei der sie auf die Rückzahlung der Schulden durch den griechischen Staat setzen müsste.

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Wie man es dreht und wendet, Griechenland ist bankrott

von: Ralf Heß

© polanri

Griechenland war lange Zeit eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Bekannt war das Land durch seine schönen Küsten und die uralte Kultur. Vor allem jedoch durch seine lieben Menschen. Gastfreundlich seien sie und nicht so stur, wie die Deutschen. Auch könnten sie Fünfe einmal gerade sein lassen. Sie würden nicht immer den ganzen Tag nur an Arbeit denken. Vielmehr sei ihnen ein gutes und freundschaftliches Verhältnis zu ihren Familien und Freunden wichtig. So zumindest haben es die deutschen Touristen begeistert den daheim gebliebenen erzählt, nachdem sie von ihrem Sommerurlaub irgendwo auf der Peloponnes oder auf Korfu in den heimischen Ruhrpott oder den Bayerischen Wald zurück gekehrt waren. Die anschließende Empfehlung selbst einmal in dieses wunderschöne und gemütliche Land zu reisen war obligatorisch für jeden.

Heute sieht die Sache völlig anders aus. Denn Griechenland ist bankrott. Derzeit beträgt die Staatsverschuldung in absoluten Zahlen über 354 Mrd. €. Dies entspricht 153% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der griechischen Wirtschaft. Das bedeutet, dass jeder Grieche Schulden in Höhe von 29.000 € hat. Demgegenüber stehen Steuermindereinnahmen von derzeit 9,1 % in den ersten vier Monaten diesen Jahres gegenüber dem Vorjahr. Die daraus entstehende Deckungslücke der griechischen Steuereinnahmen liegt bei 2 Mrd. € und wird aller Wahrscheinlichkeit nach Ende des Jahres bei etwa 6 Mrd. € liegen.

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Wie der Historiker Niall Ferguson zu einem geschichtsvergessenen Neoliberalen wurde

von: Ralf Heß | mit Material von Weissgarnix

Historiker gehen bisweilen gehörig auf die Nerven. Das liegt zum einen darin begründet, dass sie nichts vergessen. Und zum anderen, dass sie am liebsten stundenlang darüber diskutieren. Immer wieder müssen sie daher in Gesprächen erfahren, dass ihre ollen Kamellen inzwischen doch nun wirklich viel zu lange her seien und damit auch schon lange nicht mehr relevant. Der bekannte britische Historiker Niall Ferguson scheint sich dieses Problems nur all zu bewusst zu sein. Denn in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ über die Verschuldung der USA offenbart er ein Defizit an historischer Analysefähigkeit, das nur dadurch erklärt werden kann, dass er wohl niemanden mit der ollen Kamellen der Reaganomics belästigen wollte.

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Die Deutsche Bank – und kein Ende der Gier

Von Ralf Heß

© Wecand

© Wecand

Die neuesten Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft gegen die Deutsche Bank (DB) offenbaren immer mehr, von welcher Hybris das Institut befallen ist. Es wird immer deutlicher, dass die Deutschbanker bereit sind für die eigene Rendite jegliche juristischen Grenzen zu ignorieren. Derzeit ist das Institut in den Schlagzeile, weil bei dem ehemaligen Tochterunternehmen MortgageIT über Jahre hinweg systematisch die Risiken der vergebenen Immobilienhypotheken verheimlicht wurden. MortgageIT wurde 2006 von der DB aufgekauft, um durch das Unternehmen größere Synergieeffekte im Geschäft mit Immobilienkrediten in den USA zu erzeugen. Phil Weingord, damaliger DB-Geschäftsbereichsleiter Global Markets in Amerika, sagte 2007 über den Deal: „Der Erwerb eines erstklassigen Immobilienfinanzierers wie MortgageIT passt hervorragend zu unserer Strategie“.

Wie sich nun herausstellte hat MortgageIT die Berichte eines externen Prüfungsunternehmens über die außerordentlich hohen Risiken der Kreditnehmer in einem Schrank verschwinden lassen, um auf diese Weise an Bürgschaften der US-Regierung für etwaige ausfallende Kredite zu gelangen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen Betrug vor und fordert von der DB eine Mrd. US-$ zurück.

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