Archiv der Kategorie: Erdgas

„Sie werden es nicht wagen, irgendwelche Verträge zu ändern“

Wüste bei Sirte | © Space & Light/Flickr

von: Ralf Heß

Die libysche Bevölkerung und der Rest der Welt plagt derzeit noch die große Frage, wo der ehemalige Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi steckt. Unterdessen sind die Führer der Anti-Gaddafi-Allianz schon deutlich weiter. Hinter den Fassaden haben bereits die ersten Verhandlungen begonnen, wie jetzt die reichen Ölvorkommen aufgeteilt werden sollen.

Nicht nur zwischen den libyschen Stämmen geht dabei die Sorge um, einen zu kleinen Anteil an der Beute zu erhalten. Auch die Alliierten der Libyschen Nationalen Befreiungsarmee, Frankreich, Großbritannien und Italien wollen sich ihren Anteil an den reichlich vorhandenen Ölvorkommen sichern. Nie weit weg, wenn es was zu holen gibt, folgen China und Deutschland. Denn auch wenn sich diese beiden Staaten während der Kämpfe sehr zurückhaltend verhalten haben und sich insbesondere die Enthaltung der Deutschen im UN-Sicherheitsrat in der jetzigen Situation als äußerst kontraproduktiv erwiesen hat, wollen beiden selbstverständlich nicht leer ausgehen.

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Raus mit dem Erdgas und rein mit dem CO2

von: Ralf Heß

Unter dem Meeresspiegel liegen riesige Mengen an Erdgas. Derzeit wird in Deutschland an einer Technologie gearbeitet, wie das Gas gehoben werden kann. In die dann frei werdenden Schichten kann CO2 eingelagert werden. Zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) ist das Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität in Kiel federführend. Daneben sind auch eine ganze Reihe von Unternehmen an dem Projekt beteiligt.

Es klingt ein wenig wie die Erfindung der eierlegenden Wollmilchsau. Zunächst wird aus dem porösen Gestein das darin zu Eis gefrorene Erdgas gefördert. Anschließend kann in die so frei werdenden Schichten CO2 eingelagert werden.

Derzeit versuchen Forscher aus dem IFM-Geomar und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover in Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen, wie der Wintershall AG, E.ON oder der Meyer Werft, eine Technologie zu entwickeln, die es ermöglichen soll, tief unter dem Meeresspiegel liegendes und zu Eis gefrorenes Erdgas zu fördern. Prof. Dr. Klaus Wallmann, Leiter der Forschungseinheit Marine Geosysteme am IFM-GEOMAR, sagt: Es handelt sich um 1.000 bis 5.000 Gigatonnen Erdgas.

Das wäre mehr Energie, als alle konventionellen Lagerstätten von Kohle, Öl und Gas auf der Erde enthalten. Wallmann schätzt, dass davon „etwa 10% bis 50% abbaubar“ seien.

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Konsequent die Abhängigkeit von Russland verringern

von: Ralf Heß

© GreenRon

In den vergangenen Jahren machte es Moskau immer wieder deutlich. Im Zweifel setzt Russland sein Gas als politisches Druckmittel ein. Als im Januar 2007 in Polen plötzlich bemerkt wurde, dass in der Druschba-Gasleitung deutlich weniger Gas ankommt als üblich, herrschte in den europäischen Hauptstädten Panik.

Denn der Grund für den Abfall des Gasdrucks war kein technisches Problem – sondern vielmehr ein politisches. Weißrussland hatte sich mit seinem östlichen Nachbarn überworfen. Russland nahm darauf hin den leichtesten Weg und stellte seine Erdgaslieferungen für das Land zeitweise ein. Die nachfolgenden Abnehmer, wie Polen, die Slowakei oder Deutschland mussten in dieser Zeit auf ihre Reserven zurückgreifen.

Seit diesem Zeitpunkt heißt die Devise der deutschen Regierung: Diversifikation. Noch im Sommer des selben Jahres wurde bei einem Besuch des damaligen nigerianischen Präsidenten Umaru Yar´Adua eine bilaterale Vereinbarung angestoßen. Das Ziel dabei war es, Nigeria in den Kreis der nach Deutschland Gas exportierenden Länder aufzunehmen.

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