Monatsarchiv: Juli 2011

Raus mit dem Erdgas und rein mit dem CO2

von: Ralf Heß

Unter dem Meeresspiegel liegen riesige Mengen an Erdgas. Derzeit wird in Deutschland an einer Technologie gearbeitet, wie das Gas gehoben werden kann. In die dann frei werdenden Schichten kann CO2 eingelagert werden. Zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) ist das Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität in Kiel federführend. Daneben sind auch eine ganze Reihe von Unternehmen an dem Projekt beteiligt.

Es klingt ein wenig wie die Erfindung der eierlegenden Wollmilchsau. Zunächst wird aus dem porösen Gestein das darin zu Eis gefrorene Erdgas gefördert. Anschließend kann in die so frei werdenden Schichten CO2 eingelagert werden.

Derzeit versuchen Forscher aus dem IFM-Geomar und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover in Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen, wie der Wintershall AG, E.ON oder der Meyer Werft, eine Technologie zu entwickeln, die es ermöglichen soll, tief unter dem Meeresspiegel liegendes und zu Eis gefrorenes Erdgas zu fördern. Prof. Dr. Klaus Wallmann, Leiter der Forschungseinheit Marine Geosysteme am IFM-GEOMAR, sagt: Es handelt sich um 1.000 bis 5.000 Gigatonnen Erdgas.

Das wäre mehr Energie, als alle konventionellen Lagerstätten von Kohle, Öl und Gas auf der Erde enthalten. Wallmann schätzt, dass davon „etwa 10% bis 50% abbaubar“ seien.

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Eingeordnet unter Erdgas, Rohstoffe, Wirtschaft

Die SPD bietet Merkel ihre Mitarbeit an. Aber wer macht dann eigentlich Opposition?

von: Ralf Heß

Endlich beginnt das große Aufbäumen in der SPD. Über Monate und Jahre hinweg dümpelte die älteste Partei Deutschlands von einem Tief zum nächsten. Auch der Wahlsieg in Baden-Württemberg konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Die SPD schien an ihrem historischen Ende angekommen zu sein. Nun allerdings regt sich etwas in der ehemals größten Partei Deutschlands. In einem Brief an die Kanzlerin boten die führenden Genossen Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück der Kanzlerin der Zögerer und Zauderer ihre Mitarbeit bei der Bewältigung der Euro-Krise an. Die SPD sei breit, so die Drei, Verantwortung zu übernehmen, parlamentarisch, als auch politisch; sofern der Kanzlerin im kommenden Herbst die eigene Mehrheit fehlen sollte. Denn klar sei, so Gabriel und die Stones, auf den Bürger kämen enorme Belastungen zu, die sicher Zorn erregen würden.

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Investmentbanker sind Kriminelle, sagt Altkanzler Helmut Schmidt

von: Ralf Heß

Gut gebrüllt, alter Löwe! Helmut Schmidt hat mal wieder allen gewaltig den Marsch geblasen. Die Deutsche Bank sei keine deutsche Bank mehr und dies sei Merkels Problem. So hat Helmut Schmidt einen Artikel von sich überschrieben, der kürzlich in der Zeit erschienenen ist. Angesichts der Dinge, die in den vergangenen drei Jahren an die Öffentlichkeit geraten sind, sicherlich eine wahre Feststellung. Interessant an dieser Sache ist allerdings nicht, dass Helmut Schmidt in seiner unnachahmlichen Weise mal wieder auf den Tisch gehauen und der Politik die Leviten gelesen hat. Denn dies tut er in schöner Regelmäßigkeit. Interessant an seinem Artikel ist vielmehr, welche impliziten Schlussfolgerungen er diesmal aus seiner Analyse der gesellschaftlichen Zustände zieht. Denn ganz offensichtlich stellt er sich die Frage, warum nicht zumindest Teile der Elite dieses Landes entweder vor Gericht gestellt oder anderweitig entmachtet werden. Eine Frage, die seit einiger Zeit zwar gelegentlich aufgeworfen wird – allerdings seltener bislang von deutschen Ex-Kanzlern.

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Konsequent die Abhängigkeit von Russland verringern

von: Ralf Heß

© GreenRon

In den vergangenen Jahren machte es Moskau immer wieder deutlich. Im Zweifel setzt Russland sein Gas als politisches Druckmittel ein. Als im Januar 2007 in Polen plötzlich bemerkt wurde, dass in der Druschba-Gasleitung deutlich weniger Gas ankommt als üblich, herrschte in den europäischen Hauptstädten Panik.

Denn der Grund für den Abfall des Gasdrucks war kein technisches Problem – sondern vielmehr ein politisches. Weißrussland hatte sich mit seinem östlichen Nachbarn überworfen. Russland nahm darauf hin den leichtesten Weg und stellte seine Erdgaslieferungen für das Land zeitweise ein. Die nachfolgenden Abnehmer, wie Polen, die Slowakei oder Deutschland mussten in dieser Zeit auf ihre Reserven zurückgreifen.

Seit diesem Zeitpunkt heißt die Devise der deutschen Regierung: Diversifikation. Noch im Sommer des selben Jahres wurde bei einem Besuch des damaligen nigerianischen Präsidenten Umaru Yar´Adua eine bilaterale Vereinbarung angestoßen. Das Ziel dabei war es, Nigeria in den Kreis der nach Deutschland Gas exportierenden Länder aufzunehmen.

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