Die Unterstützung der libyschen Rebellen wird immer mehr zum Problem

von: Ralf Heß

Die Meldungen, die derzeit aus Libyen kommen klingen nicht gerade ermutigend. Die Rebellen verlieren immer mehr an Boden. Derzeit werden sie immer weiter zurückgedrängt. Auch die Meldungen aus den USA lassen aufhorchen. Was zunächst eher wie ein Aprilscherz klang, scheint doch die bittere Wahrheit für die Gegner Gaddafis zu sein. Die USA wollen sich nicht weiter an den Kampfeinsätzen beteiligen. In der Zukunft wollen sie sich auf eine rein unterstützende Rolle zurückziehen. US-Verteidigungsminister Robert Gates sprach sich in einer Anhörung vor dem Kongress in Washington auch dafür aus, dass die USA ihre Beziehungen zu den Rebellen vorerst nicht weiter ausbauen.

Der Hintergrund dafür scheint die große Zahl an Ostlibyern zu sein, die in der Vergangenheit als Kämpfer für die Al-Kaida im Irak aufgegriffen oder getötet wurden. Nach inoffiziellen Zahlen stellen die Libyer aus dem Osten des Landes, nach Kämpfern aus Saudi-Arabien, die zweitgrößte nationale Gruppe, unter den Al-Kaida-Kämpfern. So zumindest stellt dies eine Untersuchung des Terrorismus-Abwehrzentrums der Militärakademie West Point aus dem Jahr 2007 fest.

Ganz offensichtlich scheint der Einsatz für die USA immer mehr zum Problem zu werden. Schon zu Beginn der Kampfhandlungen war nicht klar, was das eigentliche Ziel des Einsatzes sein soll und vor allem, wer eigentlich unterstützt wird. Das Spektrum der libyschen Rebellen reicht von Leuten, die einen demokratischen Neuanfang für das Land anstreben, über Stammesmitglieder, die sich gegenüber den westlibyschen Stämmen ungerecht behandelt fühlen, bis hin zu radikal-islamischen Kämpfern. Darüber hinaus ist ein Großteil der Kämpfer überhaupt nicht ausgebildet und miserabel bewaffnet. In der derzeitigen Situation besteht durchaus die Gefahr, dass die Rebellen nur durch den Einsatz von Bodentruppen ihr Ziel erreichen könnten.

Für die USA ist dieser Krieg damit aber fast unmöglich zu führen. Denn zum einen besteht die Gefahr, in Libyen politische Gruppen an die Macht zu bomben, die sich anschließend gegen ihre ehemaligen Unterstützer wenden. Und zum anderen ist es in der derzeitigen Situation kaum vorstellbar, dass die libyschen Rebellen den Kampf gegen Gaddafi überhaupt gewinnen können, ohne eine weitere Unterstützung des Westens.

Präsident Obama steckt damit in einer ziemlichen Zwickmühle. Unterstützt er die Rebellen weiter, geht er die Gefahr ein, dass diese den Kampf gewinnen und Libyen anschließend zu einem deutlich größeren Problem wird, als bislang. Entscheidet er sich gegen den Krieg, besteht die Gefahr, dass die Rebellen verlieren und die Vereinigten Staaten anschließend dafür verantwortlich gemacht werden. Egal, wie er sich entscheidet, am Ende könnte er der Dumme sein.

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